Share This Article
Weniger Schritte, schneller einkaufen und alles Wichtige bequem an einem Ort. Genau mit diesem Anspruch entstand der neue Gopass, den wir von Grund auf anhand der Bedürfnisse unserer Kunden und ihres tatsächlichen Nutzungsverhaltens entwickelt haben. Das Ergebnis ist eine modernere Plattform, die den Kauf verschiedener Leistungen zusammenführt und auf dem Smartphone wie im Web ein einheitliches Erlebnis bietet. Die größte Veränderung bleibt jedoch im Hintergrund verborgen: Die neue technologische Architektur wird es uns ermöglichen, flexibler auf neue Ideen und Anforderungen zu reagieren.“
Matúš Kráľ – Head of IT
Lesen Sie, wie der neue Gopass entstanden ist, welche Herausforderungen seine Entwicklung begleitet haben und welche Möglichkeiten er uns in den kommenden Jahren eröffnen wird.
1. Wann haben Sie zum ersten Mal festgestellt, dass es nicht mehr ausreicht, die ursprüngliche Lösung anzupassen und weitere Funktionen „anzuflicken“?
Was war beim alten System das größte Hindernis aus Sicht der Entwicklung und der Kunden?
Diese Erkenntnis kam nicht von heute auf morgen, sondern setzte sich nach und nach durch. Gopass entstand vor mehr als zehn Jahren in erster Linie als Treueprogramm und Plattform für den Verkauf von Skipässen. Seitdem haben wir schrittweise Wasserparks, Hotels, Gastronomie, Sommerattraktionen und weitere Resorts in mehreren Ländern hinzugefügt. Jede neue Funktion ließ sich ergänzen, doch ihre Umsetzung war teurer und langsamer als die der vorherigen. Als wir feststellten, dass die Einführung einer relativ einfachen Neuerung Monate statt Wochen dauerte, stand die Entscheidung fest.
Außerdem spiegelte der Kaufprozess die Geschichte des Systems wider — es waren zu viele Schritte nötig, für verschiedene Produkttypen galt eine unterschiedliche Kauflogik, und die mobile App bot nur begrenzte Möglichkeiten.
2. Wie lange hat das Team am neuen Gopass gearbeitet, und wie viele Personen waren an dem Projekt beteiligt?
Einschließlich der Vorbereitungsphase etwa zwei Jahre. Rund dreißig Personen waren an dem Projekt beteiligt — Entwickler, Designer, Tester, das Produktteam sowie Mitarbeiter direkt aus den Resorts, die den Betrieb und die Kunden aus erster Hand kennen. Gerade diese Kombination war wichtig: Der neue Gopass entstand nicht nur in der IT- und der Gopass-Abteilung, sondern in enger Zusammenarbeit mit den operativen Teams und weiteren Abteilungen.

3. Was war technisch am anspruchsvollsten?
Die größte Herausforderung war nicht, ein neues System aufzubauen, sondern dies parallel zum laufenden Betrieb des alten Systems zu tun. Gopass hat Hunderttausende aktive Nutzer und läuft an 365 Tagen im Jahr — wir konnten es uns nicht leisten, „das Geschäft wegen Umbau zu schließen“. Das neue System entstand daher parallel und musste von Anfang an darauf ausgelegt sein, die gesamte Historie, alle Konten und die aktuell gültigen Saisonprodukte zu übernehmen. Wir mussten eine neue Architektur entwickeln, die alles Wichtige zusammenführt und zugleich auch in Zukunft flexibel bleibt.
4. Wie haben Sie bei der Konzeption das Verhalten tatsächlicher Nutzer berücksichtigt?
Haben Tests mit Besuchern stattgefunden?
Unsere Ausgangsbasis waren Daten — Millionen Menschen nutzen Gopass. Deshalb sehen wir genau, an welchen Stellen im Kaufprozess Kunden zögern, wo sie abspringen und was sie aufhält. Wir haben das neue System auf Grundlage dieser realen Daten konzipiert, nicht auf Basis von Eindrücken.
5. Welchen wesentlichen Unterschied werden normale Besucher nach dem Start des neuen Gopass bemerken?
Wie schnell und einfach der Einkauf ist. Ein Kunde kauft kein System, sondern einen Skitag oder einen Tag im Wasserpark — und genau aus dieser Perspektive haben wir die Plattform gestaltet. Weniger Schritte, ein übersichtlicheres Angebot und alles mit wenigen Klicks auf dem Smartphone oder im Web. Zugleich funktioniert der neue Gopass einheitlich: Ob Sie einen Skipass, einen Eintritt in den Wasserpark oder einen Aufenthalt kaufen — der Ablauf sieht gleich aus und funktioniert auf dieselbe Weise.
6. Gibt es umgekehrt einen Teil des Systems, den normale Nutzer niemals sehen werden, den Sie aber für den wichtigsten halten?
Ja — genau diese neue Architektur. Der alte Gopass war ein großes, eng miteinander verbundenes Gesamtsystem. Der neue besteht aus kleineren, eigenständigen Diensten, sogenannten Microservices, die über APIs miteinander verbunden sind und in der Cloud laufen. Für Kunden ist das unsichtbar, bedeutet aber drei entscheidende Dinge: Das System bewältigt den Andrang an Spitzentagen — etwa beim ersten Schnee oder zum Start des Saisonpass-Vorverkaufs — ohne langsamer zu werden. Wir können eine neue Funktion bereitstellen, ohne den Rest des Systems zu gefährden. Und wenn Wartungsarbeiten nötig sind, betreffen sie nur einen kleineren Teil und nicht den gesamten Gopass.

7. Welche weiteren Funktionen haben sich Kunden schon lange gewünscht, und welche konnten Sie jetzt umsetzen?
Es sind mehrere, und in dieser Hinsicht haben wir einen wirklich großen Schritt hin zu mehr Kundenzufriedenheit gemacht.
- Ein einheitliches Konto und ein Warenkorb für alle Resorts und Leistungen (Skipass + Wasserpark + Hotel in einem Einkauf).
- Eine bessere Verwaltung von Familien/Gruppen — Einkäufe für mehrere Personen ohne Kontowechsel.
- Eine vollwertige mobile App einschließlich Skipass auf dem Smartphone.
- Eine übersichtlichere Nutzung von goX und den Vorteilen des Treueprogramms.
- goX Cashback in Echtzeit erhalten.
8. Wie haben Sie den gesamten Kaufprozess im Vergleich zum bisherigen Ablauf vereinfacht?
Wie viele Schritte oder wie viel Zeit kann der neue Gopass den Kunden ersparen?

Einfach gesagt: Der Kunde steht an erster Stelle. Das Wichtigste ist, dass wir den gesamten Kaufprozess überarbeitet und aus Kundensicht neu aufgebaut haben, statt ihn aus Sicht des Systems zu gestalten.
Wir haben die Logik über alle Produkte hinweg vereinheitlicht und Schritte entfernt, die das alte System erforderlich gemacht hatte. Wiederholungskäufe — bei saisonalen Kunden ein sehr häufiger Fall — sind jetzt mit wenigen Klicks erledigt, weil sich das System Personen, Karten und Präferenzen merkt. Die neue Website wurde nach dem Prinzip „Mobile First“ entwickelt. Das bedeutet, dass wir zunächst an der Version für Smartphones gearbeitet haben und erst danach an der Version für größere Computerbildschirme.
9. Sie sagen, dass das neue System deutlich flexibler ist. Was bedeutet das in der Praxis?
Welche neuen Leistungen oder Produkte lassen sich dank der neuen Architektur künftig hinzufügen?
In der Praxis bedeutet das: Ein neues Produkt, ein neues Resort oder sogar eine ganz neue Art von Leistung hinzuzufügen, ist kein monatelanges Entwicklungsprojekt mehr, sondern eine Konfigurationsaufgabe, die Tage oder Wochen dauert. Der neue Gopass basiert auf dem Prinzip „API First“ — der Kern des Systems ist von dem getrennt, was der Kunde sieht. Dadurch können wir dasselbe Produkt über die Website, die mobile App, eine Kasse im Resort oder einen Partner verkaufen, ohne etwas neu programmieren zu müssen.
Für die Zukunft eröffnet das Möglichkeiten für dynamische Leistungspakete, eine flexiblere Preisgestaltung, neue Arten von Eintrittsberechtigungen und Produkten sowie die schnelle Einbindung neuer Resorts und Partner in das Gopass-Ökosystem.
10. Welche modernen Technologien oder Prinzipien haben Sie bei der Entwicklung eingesetzt?
Haben Sie beispielsweise mit KI gearbeitet?
Der neue Gopass beruht auf drei Prinzipien: einer Microservices-Architektur statt eines monolithischen Systems, einer Cloud-Infrastruktur mit der Kubernetes-Plattform, die sich automatisch an die Auslastung anpasst, und einem Headless-Ansatz — also der konsequenten Trennung des Systemkerns von den Benutzeroberflächen, die über APIs angebunden sind.
KI haben wir vor allem bei der Entwicklung selbst eingesetzt. KI-Tools halfen uns beim Schreiben und Überprüfen von Code, beim Testen und bei der Dokumentation — und haben die Arbeit des Teams spürbar beschleunigt. Das ist einer der Gründe, warum rund dreißig Personen ein Projekt dieser Größenordnung umsetzen konnten. Gleichzeitig eröffnet uns die neue Architektur künftig auch Möglichkeiten, KI für kundenbezogene Anwendungen einzusetzen — beispielsweise zur Personalisierung des Angebots.
11. Wie haben Sie die Sicherheit von Nutzerdaten und Zahlungen gewährleistet?
Sicherheit war vom ersten Tag an Teil der Konzeption und keine nachträglich hinzugefügte Ebene. Zahlungen werden von zertifizierten Zahlungspartnern gemäß dem PCI-DSS-Standard abgewickelt — Kartennummern werden in unserem System nicht in lesbarer Form gespeichert. Personenbezogene Daten verarbeiten wir im Einklang mit der DSGVO. Die neue Architektur hat uns dabei paradoxerweise geholfen: Ist ein System in kleinere Dienste aufgeteilt, greift jeder davon nur auf die Daten zu, die er unbedingt benötigt.
Außerdem wurde das System bereits im September, noch vor dem Produktivstart, wiederholt internen Sicherheitsprüfungen sowie externen Audits durch ein zertifiziertes Unternehmen unterzogen. Dieser Prozess wird auch künftig kontinuierlich fortgeführt, um Schwachstellen effektiv aufzudecken.
12. Wie wird die Umstellung für bestehende Nutzer ablaufen?
Müssen sie ein neues Konto erstellen, oder werden ihre Daten automatisch übertragen?
Das hatte für uns absolute Priorität: Bestehende Nutzer müssen überhaupt nichts tun. Alle Konten, die Kaufhistorie, goX und bereits gekaufte Produkte werden automatisch in das neue System übertragen. Kunden melden sich einfach an und finden alles wieder, was sie zuvor hatten — nur in einer schnelleren und übersichtlicheren Umgebung.

13. Was wird der neue Gopass Ihrer Meinung nach in fünf Jahren ermöglichen, das auf der ursprünglichen Plattform praktisch unmöglich gewesen wäre?
Der neue Gopass ist so konzipiert, dass er mit uns wachsen kann. Ich kann mir einen Gopass vorstellen, der als echter digitaler Urlaubsbegleiter funktioniert: Er kennt Ihre Präferenzen, stellt Ihnen ein maßgeschneidertes Angebot aus Skifahren, Wellness, Gastronomie und Unterkunft über alle Resorts und Länder hinweg zusammen, und Sie organisieren Ihren gesamten Aufenthalt mit einem einzigen Einkauf auf dem Smartphone.
Ebenso wichtig ist das, was wir uns heute noch gar nicht vorstellen können.

Der größte Wert der neuen Plattform liegt nicht in einer bestimmten Funktion, sondern darin, dass wir auf eine neue Technologie oder eine neue Idee innerhalb von Wochen statt Jahren reagieren können. Mit dem alten System war das praktisch unmöglich — und genau deshalb haben wir es von Grund auf neu aufgebaut.