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Ein unglücklicher Schritt, ein plötzlicher Wetterumschwung oder eine Überschätzung der eigenen Kräfte genügt, und aus einer unbeschwerten Wanderung kann ein Rettungseinsatz werden. Bergretter Jakub Filipko aus der Niederen Tatra erklärt, warum es im Notfall vor allem darauf ankommt, nicht zu warten, den eigenen Standort möglichst genau zu beschreiben und den Anweisungen der Leitstelle zu folgen.
Sicheres Verhalten in den Bergen ist dabei nicht nur eine Frage der richtigen Ausrüstung. Ebenso wichtig ist es zu wissen, wann man umkehren sollte, wen man anrufen muss und wie man einem Verletzten bis zum Eintreffen der Rettungskräfte hilft.
Bei einer Verletzung nicht abwarten, ob es besser wird
Wenn sich jemand aus Ihrer Gruppe verletzt, sollte der erste Schritt sein, so schnell wie möglich Hilfe zu rufen.
„Die Anfahrt der Rettungskräfte im Gebirge dauert nicht immer nur wenige Minuten. Je nach Wetter, Standort und Schwierigkeit des Geländes können auch mehrere Stunden vergehen“, warnt Jakub Filipko.
In den Bergregionen der Slowakei erreichen Sie die Bergrettung unter der Nummer 18 300. Alternativ können Sie auch die europaweite Notrufnummer 112 wählen. Die App der slowakischen Bergrettung erkennt anhand Ihres Standorts automatisch, welche Notrufstelle kontaktiert werden soll, und übermittelt zusammen mit der Notfallmeldung auch die verfügbaren Standortdaten.
Kontaktieren Sie die Bergrettung auch dann, wenn Sie nicht sicher sind, wie schwer die Verletzung ist. Die Leitstelle beurteilt, ob ein sofortiger Einsatz erforderlich ist oder ob sie Ihnen telefonisch helfen kann, die Situation zu bewältigen.
Schalten Sie Ihr Telefon auf Lautsprecher. So können Sie mit der Leitstelle in Kontakt bleiben und gleichzeitig den Zustand des Verletzten beobachten.
Die wichtigste Information? Ihr Standort
Bei einem Notruf wird die Leitstelle nach der Verletzung, dem Bewusstseinszustand, der Atmung, möglichen Blutungen und der Anzahl der Personen in Ihrer Gruppe fragen. Zuerst muss sie jedoch wissen, wo Sie sich befinden.
„Es kann passieren, dass während des Gesprächs die Verbindung abbricht. Wenn wir zwar wissen, wie schwer die Verletzung ist, aber nicht, wo wir die Person finden sollen, können wir keine Hilfe zu ihr schicken“, erklärt der Bergretter.
Geben Sie deshalb möglichst genau an:
- GPS-Koordinaten oder Ihren Standort aus einer Karten-App,
- den Namen des Wanderwegs und die Richtung, in die Sie unterwegs waren,
- den letzten Wegweiser, die letzte Berghütte, Seilbahn oder einen anderen markanten Punkt,
- die ungefähre Höhe über dem Meeresspiegel, sofern Sie diese kennen,
- die Anzahl der Verletzten und die Gesamtzahl der Personen in der Gruppe.
Die Leitstelle kann außerdem nach dem Alter oder dem ungefähren Gewicht des Verletzten fragen. Diese Angaben helfen den Rettungskräften einzuschätzen, wie viele Personen und welche Transportmittel benötigt werden.

So kontrollieren und stabilisieren Sie einen Verletzten
Vergewissern Sie sich zunächst, dass Sie sich beim Helfen nicht selbst in Gefahr bringen. Achten Sie auf Steinschlag, instabile Hänge, Bergfahrzeuge, Wasser oder ein herannahendes Gewitter.
Prüfen Sie anschließend, ob der Verletzte reagiert und normal atmet. Achten Sie außerdem auf starke Blutungen. Bei einem lebensbedrohlichen Zustand rufen Sie sofort Hilfe und befolgen Sie die Anweisungen der Leitstelle. Aktuelle europäische Empfehlungen zur Ersten Hilfe betonen die Sicherheit am Unfallort, das schnelle Absetzen eines Notrufs, die Kontrolle von Bewusstsein und Atmung sowie das Stoppen lebensbedrohlicher Blutungen.
Nach einem schweren Sturz sollte der Verletzte nicht unnötig bewegt werden. Eine Ausnahme besteht bei unmittelbarer Gefahr, etwa durch herabfallende Steine, Wasser oder andere Risiken. Die Leitstelle kann Sie dabei unterstützen, den Verletzten richtig zu lagern, Blutungen zu stillen und die nächsten Schritte einzuleiten. In der Einsatzzentrale stehen dafür auch medizinisch geschulte Rettungskräfte zur Verfügung.
Schützen Sie den Verletzten gleichzeitig vor Kälte, Wind und Regen. Selbst im Sommer kann eine regungslos liegende Person schnell auskühlen.
Die App der Bergrettung schon zu Hause einrichten
Die App der slowakischen Bergrettung dient nicht nur dazu, Hilfe zu rufen. Sie kann per GPS Ihren Standort übermitteln, aktuelle Warnungen anzeigen und die nächstgelegenen Bergrettungsstationen, Berghütten, Wetterstationen oder automatisierten externen Defibrillatoren anzeigen.
In Ihrem Profil können Sie vorab Gesundheitsdaten, Kontakte von Angehörigen und weitere für die Rettungskräfte wichtige Informationen hinterlegen. Bei einem Notruf werden diese direkt an die Leitstelle übermittelt. Bei schwacher Datenverbindung kann die App eine SMS-Nachricht erstellen, die weniger stabile Netzqualität benötigt als ein Telefongespräch. Im Jahr 2026 hat die slowakische Bergrettung die Möglichkeiten der Notfallkommunikation zudem um einen SMS-Chat unter der Nummer 18 300 erweitert.
Es reicht daher nicht, die App erst unterwegs zur Wanderung herunterzuladen. Bestätigen Sie Ihre Telefonnummer, vervollständigen Sie Ihr Profil und machen Sie sich bereits im Voraus mit den Funktionen vertraut.
Der beste Rettungseinsatz ist der, der sich vermeiden lässt
Die Vorbereitung auf eine Wanderung beginnt nicht beim Packen des Rucksacks, sondern bei der Wahl der Route.
Berücksichtigen Sie Kondition, Erfahrung und Gesundheitszustand aller Mitglieder der Gruppe. Wenn Sie mit Kindern unterwegs sind, passen Sie die Route an das schwächste Gruppenmitglied an – nicht an den schnellsten Erwachsenen. Legen Sie außerdem im Voraus eine Uhrzeit fest, zu der Sie umkehren, unabhängig davon, wie nah das Ziel bereits scheint.
Prüfen Sie vor dem Aufbruch:
- die aktuelle Wettervorhersage und Bergwarnungen,
- den Zustand der Wege und mögliche Sperrungen,
- die Länge der Route und die gesamten Höhenmeter,
- die Abfahrtszeit der letzten Seilbahn, falls diese Teil Ihres Plans ist,
- Möglichkeiten, die Tour abzukürzen oder vorzeitig zu beenden.
Die slowakische Bergrettung veröffentlicht für die einzelnen Bergregionen aktuelle Bedingungen, Warnungen und Hinweise zu Änderungen an Wanderwegen.

Was im Wanderrucksack nicht fehlen sollte
Passen Sie den Inhalt Ihres Rucksacks an die Länge der Tour, die Jahreszeit und die Wettervorhersage an. Zur Grundausstattung gehören feste Wanderschuhe mit geeigneter Sohle. Gerade bei Kindern kann es sich rächen, bei den Schuhen zu sparen – müde Beine und mangelnde Stabilität erhöhen das Risiko auszurutschen oder sich am Knöchel zu verletzen.
Für eine gewöhnliche Bergwanderung sollten Sie vor allem Folgendes einpacken:
- ausreichend Wasser und energiereiche Verpflegung,
- eine wasser- und winddichte Jacke,
- eine warme Kleidungsschicht und trockene Wechselkleidung,
- ein Erste-Hilfe-Set und persönliche Medikamente,
- eine Rettungsdecke,
- eine Stirnlampe oder eine andere unabhängige Lichtquelle,
- ein vollständig geladenes Telefon und eine Powerbank,
- eine Kopfbedeckung und Sonnenschutz,
- eine Karte, idealerweise auch offline verfügbar.
Das Erste-Hilfe-Set sollte zur Umgebung und zu den Risiken der jeweiligen Aktivität passen. Kontrollieren Sie vor jeder Saison den Inhalt, die Haltbarkeit des medizinischen Materials und ersetzen Sie alles, was Sie bereits verwendet haben.

Planen Sie bei Wanderungen mit Kindern regelmäßige Pausen ein. Kinder können zunächst voller Energie wirken, doch ihre Leistungsfähigkeit kann sehr schnell nachlassen. Eine kurze Pause, Wasser und ein kleiner Snack können verhindern, dass aus gewöhnlicher Müdigkeit ein ernstes Problem wird.
Orientierung verloren? Gehen Sie nicht einfach in irgendeine Richtung weiter
Wenn Sie nicht wissen, wo Sie sich befinden, bleiben Sie stehen. Wer ohne klare Orientierung weitergeht, kann in steiles Gelände, in Latschenkieferbestände oder noch weiter weg vom markierten Wanderweg geraten.
Öffnen Sie Ihre Karte, versuchen Sie den letzten Ort zu bestimmen, den Sie sicher erkannt haben, und kontaktieren Sie die Bergrettung. Wenn die Leitstelle Ihren Standort bestimmen kann und eine sichere Rückkehr möglich ist, kann sie Sie telefonisch zurück zum Wanderweg führen.
Wenn eine weitere Bewegung nicht sicher ist oder Sie verletzt sind, bleiben Sie an dem vereinbarten Ort. Am besten an einem Wegweiser, einer Markierung oder einem anderen leicht erkennbaren Punkt. Wenn Sie nach der Übermittlung Ihres Standorts weitergehen, ohne die Rettungskräfte zu informieren, erschweren Sie die Suche erheblich.
Schützen Sie sich vor Wind und Kälte, schonen Sie den Akku Ihres Telefons und bleiben Sie erreichbar. Halten Sie ein Telefon für die Kommunikation mit den Rettungskräften frei.
Gewitter am Grat: Entscheidend ist der rechtzeitige Abstieg
Eine Sommerwanderung sollte möglichst früh am Morgen beginnen. Lokale Gewitter am Nachmittag können sehr schnell entstehen, und auf einem offenen Grat gibt es oft kaum Möglichkeiten, Schutz zu finden.
Wenn sich der Himmel deutlich zuzieht, Sie Donner hören oder Blitze sehen, sollten Sie nicht abwarten, ob das Gewitter vorbeizieht. Verlassen Sie Gipfel, Grat und andere exponierte Stellen so schnell wie möglich. Bleiben Sie nicht bei einem einzelnen Baum, einem Mast, einem Gewässer oder unter einem Felsüberhang stehen.
Am wichtigsten ist es, exponierte Stellen zu verlassen und so schnell wie möglich einen sicheren Schutzplatz zu erreichen.
So verhalten Sie sich beim Anflug eines Hubschraubers
Wenn die Leitstelle Ihnen mitteilt, dass ein Hubschrauber unterwegs ist, bestimmen Sie eine Person, die der Besatzung Signale gibt. Diese Person sollte an einer gut sichtbaren Stelle etwas abseits der Gruppe stehen und möglichst auffällige Kleidung tragen.
Es ist nicht sinnvoll, wenn die gesamte Gruppe gleichzeitig winkt. Aus Sicht des Piloten ist dann möglicherweise nicht eindeutig erkennbar, bei welcher Gruppe sich der Verletzte befindet.
Zur Signalgebung werden einfache Zeichen verwendet:
- beide Arme nach oben in Form eines V bedeuten „Ja, wir brauchen Hilfe“,
- ein Arm oben und der andere unten, also eine Form ähnlich einem N, bedeutet „Nein, wir brauchen keine Hilfe“.
Sichern Sie lose Gegenstände, legen Sie Wanderstöcke weg und befestigen Sie Kleidung, Rettungsdecken oder Mützen, die vom Rotorwind erfasst werden könnten. Nähern Sie sich dem Hubschrauber erst, wenn die Besatzung Ihnen ausdrücklich dazu ein Zeichen gibt.
Wenn der Hubschrauber die Stelle zunächst umkreist und sich anschließend wieder entfernt, bedeutet das nicht, dass die Besatzung Sie nicht gefunden hat. Der Pilot muss Gelände und Wind prüfen und beurteilen, ob eine Landung möglich ist oder ein Retter mithilfe einer Seilwinde abgesetzt werden muss.

Unwohlsein nach einer Seilbahnfahrt nicht unterschätzen
Ein schneller Aufstieg mit der Seilbahn aus dem Tal auf eine Höhe von etwa 2.000 Metern kann bei empfindlicheren Besuchern Schwäche, Schwindel oder Übelkeit auslösen. Solche Beschwerden sollten jedoch nicht automatisch als akute Höhenkrankheit bezeichnet werden.
Die betroffene Person sollte die Aktivität unterbrechen und sich ausruhen. Wenn sie sich sicher bewegen kann und die Beschwerden mild sind, kann ein Abstieg in niedrigere Lagen helfen. Bei zunehmenden Beschwerden, Kollaps, Verwirrtheit, Brustschmerzen oder Atemproblemen sollten Sie sofort die Rettungskräfte kontaktieren. Bei Verdacht auf höhenbedingte Beschwerden sollte man nicht weiter aufsteigen; bei einer Verschlechterung ist ein Abstieg erforderlich.
Eine sichere Rückkehr gehört zu jedem Bergerlebnis
Respekt vor den Bergen bedeutet nicht Angst. Er bedeutet, den eigenen Plan an Wetter, Gelände, die eigene Kondition und die Menschen anzupassen, mit denen man unterwegs ist.
Manchmal ist es die beste Entscheidung, auf den Gipfel zu verzichten, die Route abzukürzen oder früher umzukehren. Die Berge sind auch morgen noch da. Am wichtigsten ist, dass Sie sicher zurückkehren – gemeinsam und mit Lust auf die nächste Tour.
Merken Sie sich
18 300 ist die Notrufnummer der slowakischen Bergrettung in den Bergregionen des Landes. Alternativ können Sie auch die europaweite Notrufnummer 112 wählen. Geben Sie bei einem Notruf zuerst Ihren Standort an, verlassen Sie den gemeldeten Ort nicht ohne Absprache mit den Rettungskräften und befolgen Sie während des gesamten Einsatzes die Anweisungen der Leitstelle. Bereiten Sie die App der Bergrettung, Ihre Karte und die notwendige Ausrüstung vor, bevor Sie sich auf den Weg machen.
Dieser Inhalt wurde mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) erstellt oder bearbeitet.
