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Für alle, die sich in diesem Thema orientieren möchten, präsentieren wir eine Zusammenfassung der wichtigsten Fakten, insbesondere zum Tatra Nationalpark und zum Nationalpark Niedere Tatra, in denen sich die Bergresorts Hohe Tatra und Jasná befinden: Resorts, die Sie als Gopass Mitglieder kennen könnten.
Was ist Zonierung?
Die Zonierung ist die Aufteilung eines Nationalparks in mehrere Zonen. Im Zentrum liegt die wertvollste Zone A – die Eingriffsfreie – sowie Zone B, die derzeit noch nicht die Kriterien für Zone A erfüllt, in Zukunft jedoch Zone A werden könnte. Am Rand befinden sich weniger geschützte Gebiete in den Zonen C und D. Dank klarer Regeln wäre alles Geschehen in den Nationalparks auch für die breite Öffentlichkeit leicht überprüfbar, und unerwartete Überraschungen von Investoren würden vermieden.

Die Zonierung soll die biologische Vielfalt von Arten, Populationen, Ökosystemen und Landschaft erhalten. Die Aufgabe der Zonierung besteht darin, die wertvollsten Gebiete transparent zu schützen und gleichzeitig Bedingungen für eine nachhaltige Nutzung der Landschaft zu gewährleisten.
Kommentar von Igor Rattaj, Vorstandsvorsitzender der TMR, a.s.
„Die Zonierung soll die Realität benennen – streng schützen und das Wertvollste in den Nationalparks unantastbar machen. Auf der anderen Seite, wie wir dies seit vielen Jahren öffentlich sagen, sollte sie den Schutz dort realistisch gestalten, wo der Tourismus seit Jahrzehnten stattfindet. So zu tun, als würden Parkplätze, Tankstellen und Skipisten, auf denen täglich Tausende Skifahrer unterwegs sind, einen hohen Schutzstatus verdienen, ist Ideologie und kein wirklicher Naturschutz! Die Zonierung sollte endlich klare Regeln bringen und nicht ein Chaos von Ausnahmen. Ich verstehe, dass sie das Ergebnis einer Einigung sein muss und niemals vollkommen ideal sein wird, da Naturschutz, Förster, Aktivisten, Politiker, Kommunen und der Tourismus jeweils eigene Vorstellungen haben. Aber jede Zonierung ist besser als das derzeitige Chaos.”
“Ich verstehe nicht, wie jemand mit dem derzeit unberechenbaren Ausnahmesystem zufrieden sein kann, das auch Überraschungen wie den berüchtigten Turm am Štrbské Pleso ermöglicht hat. Dieses Ausnahmesystem sollte ein für alle Mal beendet werden.“
“Allen, die dasselbe denken und die Entwicklung in bestehenden Resorts unterstützen möchten, gebe ich deshalb die Möglichkeit, sich über MEINE PETITION zur Unterstützung der Einführung von Zonierungen in den Nationalparks zu äußern.“
Igor Rattaj
Wie sieht das aktuelle System des Naturschutzes aus?
Derzeit gelten im Tatra-Nationalpark beispielsweise Schutzstufen von der dritten bis zur fünften Stufe. Das Problem besteht darin, dass bei jeglicher betrieblichen Aktivität in diesen Gebieten Ausnahmen erteilt werden müssen und der gesamte Prozess ihrer Vergabe unvorhersehbar und undurchsichtig ist.
Gibt es in der Slowakei bereits Nationalparks, in denen eine Zonierung eingeführt wurde?
Die Antwort ist ja und ein Beispiel dafür ist der Nationalpark Slovenský raj. Die Einführung der Zonierung brachte ihm klare Regeln für das Gebietsmanagement, den Schutz der wertvollsten Biotope, eine effiziente Planung und Verwaltung des Gebiets sowie die vereinfachte Beschaffung europäischer Finanzmittel. Auch dank der Zonierung erhielten die Touristinnen und Touristen im Rahmen klarer Regeln neue Möglichkeiten für legale Aktivitäten, sei es auf ausgewiesenen Radwegen oder in Klettergebieten.
Warum hat der TANAP, als ältester Nationalpark, immer noch keine eingeführte Zonierung?
Gute Frage, schwere Antwort. Politiker versprechen die Zonierung der Tatra seit 20 Jahren. Frühere Vorschläge stießen auf komplizierte Beziehungen, die im Rahmen der Zonierung mit dem Naturschutz, den Grundstückseigentümern, den Kommunen und den betroffenen Organisationen geklärt werden mussten. Verschiedene Aktivitäten zur Unterstützung der Einführung von Zonierungen wurden bereits in der Vergangenheit von Unternehmern, Kommunen, Tourismusorganisationen und verschiedenen Verbänden unternommen.
Im Jahr 2004 und auch 2019 schickten sie massenhaft Postkarten an das Umweltministerium, in denen sie die Minister an ihre Versprechen erinnerten, es wurden verschiedene Initiativen organisiert, man setzte sich an einen Tisch, doch die Politiker überschritten nie ihren Schatten und die Zonierung des TANAP wurde nie eingeführt. Im Jahr 2026 liegt ein Zonierungsvorschlag für den TANAP auf dem Tisch, den das Umweltministerium vorgelegt hat. Einige Politiker, Aktivisten und Wissenschaftler schlagen eine Überarbeitung vor, und es wurden von verschiedenen Akteuren mehrere Stellungnahmen eingereicht.
Wie große Fläche nehmen in der vorgeschlagenen Zonierung des Tatra-Nationalparks die Bergresorts und Skipisten ein?
Es handelt sich um 0,4 % der Fläche des gesamten Nationalparks.

Welche Änderungen bringt der Zonierungsvorschlag für die Entwicklung des Tourismus mit sich?
Nach den Verhandlungen der TANAP-Verwaltung und des Bezirksamtes Prešov mit den Eigentümern, Verwaltern und Pächtern der Grundstücke, Vertretern der betroffenen staatlichen Behörden, der Öffentlichkeit, Vertretern der Wissenschaft, des Nichtregierungssektors sowie Vertretern der Gemeinden und der übergeordneten Verwaltungseinheiten wurde ein Zonierungsvorschlag vorgelegt, der den Schutz für die genannten 0,4 % der Fläche, die seit Jahrzehnten von bestehenden Bergresorts genutzt wird, um eine Schutzstufe herabsetzt.
Diese Änderung würde einen einfacheren Betrieb, Umbauten und Investitionen in die Infrastruktur ermöglichen – stets unter Aufsicht des Nationalparks, einschließlich der Notwendigkeit, im Falle von Investitionsinteresse eine Umweltverträglichkeitsprüfung (EIA) durchzuführen. Sie würde zugleich die bizarren Fälle endloser Verfahren zur Erteilung von Ausnahmen für Entfernung, Wartung, Austausch oder Investitionen in neue technische Einrichtungen in ausgewiesenen Gebieten beseitigen, die durch unterschiedliche, teils spekulative Einsprüche der Verfahrensbeteiligten jahrelang andauerten.
Einige Politiker und Aktivisten werfen dem Unternehmen TMR vor, die Zonierung nutzen zu wollen, um Grundstücke unter den Skipisten zu erwerben. Was daran wahr ist?
Das Unternehmen TMR plant keine Grundstücke unter den Skipisten vom Staat zu erwerben. Dies erklärte öffentlich auch Igor Rattaj, Vorstandsvorsitzender von TMR. Das Unternehmen bleibt im Gegenteil der größte Beitragszahler für den TANAP, dem es jährlich mehrere Hunderttausend Euro für die Pacht der Skipisten zahlt.
Was bedeutet die Zonierung für die Besucher der Tatra?
Wenn Sie die Tatra besuchen, sei es als Tourist, Skifahrer oder Familie mit Kindern, betrifft Sie die Zonierung mehr, als Sie vielleicht denken. Stabile und klare Regeln bedeuten:
- den langfristigen Schutz der Natur und ihrer wertvollsten Gebiete,
- transparente Regeln auch für Besucher in ausgewiesenen Gebieten,
- für Unternehmen, die im Nationalpark tätig sind, klare Grenzen dessen, was wo erlaubt ist, was die Möglichkeiten zur Planung von Investitionen in Infrastruktur und Modernisierung bestehender Einrichtungen erheblich transparenter macht und so mehr Sicherheit und Komfort bringt.
Die Tatra sind gerade deshalb außergewöhnlich, weil sie wilde Natur mit hochwertigen Dienstleistungen verbinden. Damit dieses Gleichgewicht auch in 20 oder 50 Jahren funktioniert, müssen die Regeln klar, vorhersehbar und fair sein. Die Diskussion über die Zonierung ist naturgemäß sensibel. Es handelt sich um unser wertvollstes Gebiet. Gleichzeitig ist es jedoch auch eine Region, in der Menschen leben, Familien arbeiten und der Tourismus stattfindet.
Der Schlüssel ist das Gleichgewicht. Die Zonierung der Tatra geht also weder ums Schüren von Angst noch um Extreme. Es geht darum, die Realität zu benennen und ein System zu schaffen, das langfristig das Wertvollste – die Natur – schützt und gleichzeitig ermöglicht, dass die Tatra für alle, die sie lieben, zugänglich und hochwertig bleibt.
